27. Januar: Gedenken an jüdische Zwangsarbeiter bei Krupp

Am Freitag, den 27. Januar, gedachten ca. 60 Teilnehmer mit einer bewegenden Kundgebung vor der Krupp-Hauptverwaltung der Zwangsarbeiterinnen, die bei Krupp in Essen unter unmenschlichen Bedingungen ausgebeutet wurden. Unter ihnen befanden sich 520 jüdische Ungarinnen zwischen 14 und 25 Jahren.

Durch die sehr konkreten Recherchen wurde Situation der Frauen und die Rolle von Krupp deutlich. Schaut euch den Videomitschnitt an, es lohnt sich! Auch die Solidarität einzelner mutiger EssenerInnen gegenüber 6 geflüchteten Zwangsarbeiterinnen wurde erwähnt. Diese versteckten sie bis zum Kriegsende und retteten ihnen so das Leben.

 Im Aufruf zu der Aktion hießt es:

Das Verbrechen an den 520 Jüdinnen zeigt, dass Krupp sowie bedeutende Unternehmen Teil des mörderischen Systems des faschistischen Regimes waren. Als einer der wichtigsten Rüstungsbetriebe war Krupp bis zum Schluss nicht nur Förderer der Faschisten und Profiteur an dem verheerenden 2. Weltkrieg, sondern beteiligt an der Versklavung von über 100 000 Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen in Europa, an der „Vernichtung durch Arbeit“. Alfried Krupp wurde im Nürnberger Prozess als Kriegsverbrecher verurteilt. Heute wird er in Essen als großer Sohn unserer Stadt gefeiert. Seine Verantwortung für die Verbrechen wird so gut wie nicht erwähnt.

Den 27. Januar nehmen wir in diesem Jahr zum Anlass, der 520 Ungarinnen zu gedenken und als VVN-BdA wiederholt zu fordern, den 8. Mai, der Tag der Befreiung vom Faschismus, wie in vielen vom Faschismus befreiten Ländern Europas, zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.“

Dem schließt sich die MLPD Essen ebenso an wie der Forderung nach einer Gedenktafel und Dauerausstellung bei Krupp zu diesem Thema.

Durch den Landesparteitag der AfD einen Tag später in Oberhausen bekam die Aktion eine besonderen Bezug zur heutigen Politik. Ein einer Zeit des Rechtsrucks der Regierungen weltweit, einer erneuten Ablehnung des NPD-Verbots, den anhaltenden Bemühungen von Teilen der Herrschenden und Medien, AfD, Pegida usw. als „Alternative“ zum kapitalistischen System zu stilisieren, einer faktischen Abschaffung des Menschenrechts auf Asyl - und gleichzeitig der größten antifaschistischen Bewegung seit der Wiedervereinigung, 9 Mio. Menschen, die in der Flüchtlingssolidarität praktisch aktiv werden – in so einer Zeit ist es richtig, die Drahtzieher und Profiteure des Faschismus ins Visier zu nehmen und den Blick für die historische Dimension des Problems zu öffnen. Erst im Sozialismus/Kommunismus wird solch einer menschenverachtenden Politik dauerhaft der Boden entzogen!

Der Flyer des VVN kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden.

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