Antikriegstag in Essen: Internationalistisch und kämpferisch

Selbstorganisiert und selbstfinanziert fand am 1. September eine kämpferische Kundgebung und Demonstration statt. 150 – 200 Teilnehmer nahmen fest teil, viele weitere hörten am Rande stehend konzentriert zu.

Die Aktion wurde vielen Organisationen, Bündnissen und Einzelpersonen - Kurdischer Verein Nav-dem, Kurdistans Studenten und Jugend in Deutschland KSJD, dem palästinensischem Arbeitskreis NRW, dem iranischen Verein, einer Kollegin aus Kamerun, MLPD, BIRKAR, Frauenverband Courage, REBELL, Essen steht AUF, der Essener Montagsdemonstration, verschiedenen Gewerkschaftern aus der IG Metall, Verdi und IGBCE und der Essener Schriftsteller Ullrich Straeter.

Eröffnet wurde die Kundgebung mit dem Beitrag eines 80jährungen ehemaligen Krupp - Arbeiters und seiner Frau, der den Beginn zum II. Weltkrieg persönlich erlebte. Er berichtete eindrücklich, unter welcher Not sie litten, als die ersten Bomben über Essen fielen und verurteilte die Profitwirtschaft als die Ursache der Kriege.

In zahlreichen Beiträgen wurde dann der faschistische Terror der IS - Truppen gegen die Menschen im Irak und Syrien angegriffen. Der israelische Staatsterror mit tausenden toten Palästinensern wurde angeprangert. Die widerwärtige Heuchelei der Bundesregierung wurde aufgedeckt, die den Widerstand gegen den Angriffskrieg von Israel als Antisemitismus diffamiert und der palästinensischen Bevölkerung das Recht auf Widerstand und Kampf für ihre Befreiung abspricht. In der Ukaine droht die Gefahr, dass Nato und Russland mit ihren Verbündeten direkt aufeinander treffen. Die Gefahr eines Krieges in Europa ist akut.

Die Kundgebung sprach den Kurden in Rojava, die im Kampf gegen die faschistischen IS-Truppen für ihre Freiheit kämpfen genauso ihre Solidarität aus wie den Palästinensern. Der aktive Widerstand gegen diese imperialistische Kriegspolitik war das einende Band zwischen deutschen, kurdischen, palästinensischen und iranischen Teilnehmern.

Unterschiedliche Meinungen gab es zur Unterstützung des Widerstands der Kurden in Rojava. So sprachen sich einzelne Teilnehmer gegen jegliche Waffenlieferungen aus. Die MLPD forderte: keine Waffenlieferungen an reaktionäre Regimes, wie z.B. Saudi-Arabien – ja zur aktiven Unterstützung des bewaffneten Kampfs gegen die IS-Faschisten durch die kurdischen Kräfte, denn der Kampf gegen sie kann nicht ohne Waffen geführt werden.

Der Vertreter von „Essen steht AUF“ nahm zu der doppelzüngigen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung Stellung. Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die Aufnahme von 50.000 Flüchtlingen. Die Bundesregierung beschloß, 10.000 Flüchtlinge aufzuehmen, was beschämend ist. Die neu beschlossenen Regeln diskrimieren Flüchtlinge als „Sozialtouristen“.

 Viele Teilnehmer erklärten den Wunsch, zukünftig enger zusammen zu arbeiten.

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