Redebeitrag zum Umweltkampftag 2025

Am 16. November fand in der Essener Innenstadt eine Kundgebung zum diesjährigen Umweltkampftag statt. Wir wollen hier den Redebeitrag der MLPD Essen-Mülheim dokumentieren.

Liebe Teilnehmer der heutigen Veranstaltung zum Umweltkampftag in Essen.

Ich freue mich, dass so viele Menschen es für wichtig halten, sich in dieser elementaren und für die Menschheit überlebenswichtigen Frage wie der Schutz und Erhalt der natürlichen Umwelt zusammentun, sich beraten oder sich informieren. Und das nicht nur hier in Essen, der Umweltkampftag wird heute in vielen Städten Deutschlands, dem Ausland und somit auch international von vielen Menschen durchgeführt.

Ich spreche hier für die MLPD Essen/Mülheim, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands.

Umweltkampftag? Fragt sich vielleicht der ein oder andere Zuhörer, aber Umwelt ist doch out, wir haben doch (scheinbar) andere, wichtigere, Themen.  Die Wirtschaft muss gestärkt, soziale und erkämpfte Errungenschaften abgebaut werden, wir müssen in die „sogenannte“ Verteidigung investieren, müssen eigene Zugänge zu wichtigen Rohstoffen bekommen, bisherige Hindernisse durch Umwelteinschränkungen beseitigen, neue Gaskraftwerke bauen, durch Steuererleichterungen subventionieren, einen attraktiven Strompreis der Industrie zur Verfügung stellen, sogar neue Atomkraftwerke sind in erster Planung. Die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig.

Unermüdlich und zum Teil mit rhetorischer Finesse, aber auch plumper Demagogie predigen uns das die Politiker der Merz-Regierung und ihre Lakaien, ihre Wissenschaftler oder Einflüsterer aus der Wirtschaft, dass wir besser werden müssen. Und wozu das alles? 
Ob international oder national, sie alle eint die Sorge, dass in dem immer härter und rücksichtsloserem stattfindenden Kampf um Rohstoffe und Absatzmärkte die eigenen Monopole in Rückstand kommen. Dazu werden neue Gesetze geschaffen und andere abgeschafft. Mit der EU-Verordnung für kritische Rohstoffe mit „wirtschaftlicher Bedeutung und hohem Versorgungsrisiko“ (CRMA) richten auch die in Europa ansässigen Monopole ihren Herrschaftsanspruch über die Rohstoffe der ganzen Welt neu aus und die EU gibt jeglichen Standard über die Einhaltung von Umwelt- und Menschenrechten für die beschleunigte Beschaffung der Rohstoffe auf.

Mit der Zerstörung der tropischen Regenwälder in Asien, Afrika und Lateinamerika durch neue Bergbauprojekte verschwindet ein wichtiger Sauerstoffproduzent und eine außerordentliche Artenvielfalt. Die Fördermenge z.B. von Lithium soll bis 2050 um das Neunfache gegenüber 2020 gesteigert werden. So investiert die US-Entwicklungsbank DFC fünf Milliarden Dollar in neue Rohstofflizenzen, um den dominierenden Einfluss Chinas in Afrika zurückzudrängen.

Doch das funktioniert nicht mehr durch Handel und Austausch von Rohstoffen, Produkten, durch Zölle oder andere restriktive Maßnahmen. Die Weltkriegsgefahr ist immens gestiegen. Überall auf der Welt finden Kriegsvorbereitungen statt. Trumps koloniale Herrschaftsansprüche in Grönland, Kanada oder Venezuela verschärfen die akute Weltkriegsgefahr. Unverblümt erpresste er die Ukraine mit Waffenlieferungen gegen Rohstofflizenzen. Kriegsvorbereitung und -führung benötigen ihrerseits immer mehr Rohstoffe, was das Problem verschärft. Pläne für Gas- und Ölbohrungen in Naturschutzgebieten, zum Bau von neuen Atomkraftwerken und Abwürgen erneuerbarer Energien stoßen aber auch weltweit auf Widerstand. Und in den Ländern, wo heute schon Kriege stattfinden, findet ein Ökozid, also vorsätzliche Handlungen, die Ökosysteme in einem Ausmaß zerstören, statt, das weitreichende negative Folgen hat. So hat und führt die faschistische Netanjahu Regierung in Gaza eine systematische Vernichtung von Ackerland und Trinkwasserressourcen durch.

Ob in Gaza, der Ukraine in Syrien oder dem Sudan, die Biosphäre, die natürliche Lebensgrundlage der Menschen ist durch unzählige Bomben, durch Sprengstoffrückstände, giftigen Gasen, chemische Vergiftung von Böden und des Grundwassers auf Jahrzehnte beschädigt.  

Dass sie darauf keine Rücksicht mehr nehmen wollen, ist ein weiterer Grund, warum die Herrschenden verstärkt auf faschistische Methoden setzen.

Hier in Deutschland hat die faschistische AfD die Aufgabe, durch systematisches Leugnen der Umweltkrise die Menschen von einem Einsatz für den Schutz und Erhalt der natürlichen Umwelt abzuhalten. Gleichzeitig fordert sie im Einklang mit den Auftraggebern aus BDI und BDA die „Beteiligung deutscher Unternehmen an der Erschließung neuer Rohstoffquellen im In- und Ausland“ und ihre Befreiung von „sachfremden Auflagen oder Forderungen, wie etwa Lieferkettensorgfaltspflichten“. Sie predigt rücksichtslosen Egoismus, rassistische Hetze, Antikommunismus, Nationalismus, Militarismus, Kriegstreiberei, Rechtfertigung kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung – sprich: die faschistische Ideologie!

Die Kämpfe gegen die Gefahr eines dritten Weltkriegs, gegen den Faschismus und der Kampf für den Erhalt und Schutz der natürlichen Umwelt sind eng verbunden.    

Ebenso ist die Frage nach einer gesellschaftlichen Alternative zum bestehenden kapitalistischen System dringender denn je. Der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft, dem echten Sozialismus, ist der einzige Garant dafür, dass Kriege, Faschismus und Umweltzerstörung der Vergangenheit angehören.  Der Ersatz der kapitalistischen Profitwirtschaft durch eine sozialistische Weltwirtschaft gewährleistet die Förderung und Verarbeitung der natürlichen Ressourcen in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen von Mensch und Natur.

Die MLPD ist die einzige Partei, welche Parteigruppen mit dem Schwerpunkt Umwelt aufgebaut hat. Auch in Essen gibt es die Möglichkeit, Mitglied dieser Umweltgruppe zu werden. Sprechen Sie mich an und informieren Sie sich darüber!

Für den Aufbau einer kämpferischen Alternative, einer internationalen Einheitsfront gegen Faschismus, Krieg und Umweltkatastrophe.

Für den echten Sozialismus.  

 

 

  

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